Immer wieder wird die Information im Internet verteilt, dass die Krankenkassen die Brillen oder Kinderbrillen komplett übernehmen oder bezahlen.

Dies ist schlichtweg falsch.

  • 1989 Gesundheitsreformgesetz „GRG“ – unter Norbert Blüm (CDU):
    Neue Brille nur bei Veränderung der Sehschärfe um mindestens 0,5 Dioptrien. Zuschuss für Brillengestell nur 10 Euro. Kontaktlinsen nur in besonders schweren Fällen
  • 1996 Beitragsentlastungsgesetz:
    – Keine Erstattung bei Brillengestellen
  • 2004 Gesundheitsmodernisierungsgesetz(GMG) unter Ulla Schmidt (SPD):
    – Brillen werden komplett vom Patienten getragen (ab 18 Jahren, nur bei besonderen Indikationen bezuschusst)

 

Korrekt ist die folgende Information:
http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Sehhilfen-826.html
http://www.geldsparen.de/sparen/Vorsorge/brille-das-zahlt-die-krankenkasse.php
http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/festbetraege_3/festbetraege.jsp

Wir zitieren den Artikel von Frau Maria Kästle, betanet.de:
„Brillengestelle
übernehmen die Krankenkassen nicht, unabhängig von der Anfertigung oder VerwendungSehhilfen übernehmen die Krankenkassen nur bis zur Höhe des Festbetrages und nur für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag. Ab Vollendung des 14. Lebensjahres bis zum 18. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten nur, wenn sich die Sehfähigkeit um mindestens 0,5 Dioptrien verändert. Aber auch dann leisten sie nur einen Festbetrag.

Leider ist auch Frau Kästle ein Fehler unterlaufen, die Aussage „Voll übernommen werden unter anderem Gläser aus Kunststoff für Kinder bis zum 14. Geburtstag“ ist nicht korrekt.

Wikipedia: Kosten und Versorgungsleistungen der Krankenkassen

Es gibt generell nur einen Festbetrag, einen „Zuschuss“ der Krankenkassen. Diesen können Sie in der PDF „Festbeträge für Sehhilfen; Inkrafttreten: 1. März 2008“ nachlesen.
PDF-Download 1 gkv-spitzenverband.de
PDF-Download 2 aok-gesundheitspartner.de
Festbeträge für Sehhilfen lokaler Download

Welcher Zuschuss für Sie oder Ihr Kind der Richtige ist, lässt sich für den Laien evtl. schwierig erkennen.
Grob gesagt, für Einstärkenbrillen (Fern- oder Lesebrille, seit 2004 hauptsächlich Fernbrillen) gibt es einen Zuschuss von min €10.– und höchstens €64,80 pro Brillenglas. Differenzieren muss man noch zwischen „Glas“, mineralisch, und „Kunststoff“, organisch und der jeweiligen Brillenglasstärken.

Mehrstärkengläser, u.a. Bifokalgläser und Sondergläser werden ab einem Alter von 18 Jahren nur nach einer besonderen Spezifikation bezuschusst.

 

 

 

Wieviel wir Augenoptiker für die jeweiligen Gläser verlangen, bleibt durch das Gesetz offen (freie Marktwirtschaft).

Zu beachten ist der Qualitätsstandard der Sehhilfe, der Brillengläser, der vorausgesetzt wird, anhand §139 Abs.5 SGB V.

Sollten Sie Fragen haben, wir helfen Ihnen gern weiter! Scheuen Sie sich nicht uns darauf anzusprechen!

 

Christopher Lotz

staatl.anerk. Augenoptiker
Augenoptikermeister
Contactlinsenspezialist